--- Die Ballade von der Jungfer Isolde ---
Die schöne Jungfer Isolde die war eine holde
jungfräuliche Dame von edelster Art.
Lebte einst in ihrem Schlosse mitsamt ihrem Trosse
glücklich bis der Vater sie einst zu sich bat.
Er gab zu verstehen sie werd' sich sehen
bald in der Ehe ehrbarem Stand.
Es wurde auch Zeit, 17 war die Maid
sonst fände sich kein Mann mehr für ihre Hand.
So lud er zu einem Feste illustere Gäste
und wählte höchstselbst dann den Bräut'gam für sie.
Und so kamen sie dann alle zum fürstlichen Mahle
mit edlen Geschenken und neigten das Knie.
Was macht's, daß der Bräut'gam humpelt und schielt und
daß ihm auch der Wanst auf die Beinkleider quillt ?
Was macht's, daß er alt ist, seht er ist reich ! So
tritt ganz selbstbewust zur Braut er auch gleich.
Und beginnt voller Entzücken auf ihren seid'gen Handrücken
ihr feuchte und innige Küsse zu drücken.
Dicht neigt er sich zu ihr sein Speichel tropft nieder
und netzt ihr die Wangen, den Hals und das Mieder.
"Oh Isolde, meine Holde, dies Ringlein von Golde
nimm von meiner Hand, denn dann bist du ja mein !"
Isolde daraufhin erbleicht, rafft die Röcke, entweicht
und schließt sich hoch droben im Turmgemach ein.
Und als sie beklommen hört, wie sie kommen
um sie zu holen springt sie hinab.
Von einer der Zinnen ging sie von hinnen
und fand in den tiefen Wassern ihr Grab.